Die Meldung von Arbeitsverhältnissen ist in Italien streng geregelt. Grundsätzlich muss jeder Arbeitgeber die Aufnahme eines neuen Arbeitsverhältnisses vor Beginn der Tätigkeit elektronisch an die zuständigen Arbeitsbehörden melden. Diese sogenannte UniLav-Meldung (Comunicazione Obbligatoria di Assunzione) enthält alle wesentlichen Informationen zum Arbeitsverhältnis und dient insbesondere der Bekämpfung von Schwarzarbeit.
Wird die Vorabmeldung nicht ordnungsgemäß durchgeführt, können erhebliche Sanktionen wegen nicht gemeldeter Beschäftigung verhängt werden.
Für tatsächliche Notfälle, in denen eine rechtzeitige Übermittlung der UniLav-Meldung vor Arbeitsbeginn objektiv nicht möglich ist, sieht das italienische Meldesystem eine Ausnahme vor: die UniUrg-Meldung (Unificato Urgente).
UniUrg ist eine vereinfachte Dringlichkeitsmeldung, mit der ein Arbeitgeber ein neues Arbeitsverhältnis kurzfristig und noch vor Arbeitsbeginn anzeigen kann, wenn die reguläre UniLav-Meldung aufgrund einer unvorhersehbaren Situation nicht rechtzeitig übermittelt werden kann.
Die UniUrg ersetzt jedoch nicht die vollständige Einstellungsmeldung, sondern stellt lediglich eine vorübergehende Notfallmeldung dar.
Die Meldung enthält nur die wesentlichen Mindestangaben:
Die Verwendung der UniUrg-Meldung ist nur in Ausnahmefällen zulässig. Sie darf nicht als vereinfachtes Verfahren für reguläre Einstellungen verwendet werden, sondern ausschließlich dann, wenn eine fristgerechte UniLav-Meldung aus objektiven Gründen nicht möglich ist.
Typische Anwendungsfälle können sein:
Nicht zulässig ist die UniUrg-Meldung hingegen, wenn die verspätete Meldung auf eine mangelnde Organisation oder eine bewusst verspätete Planung der Einstellung zurückzuführen ist.
Wichtig: UniUrg kann ausschließlich für Neueinstellungen verwendet werden. Änderungen oder Beendigungen bestehender Arbeitsverhältnisse können nicht über diese Meldung abgewickelt werden.
Die UniUrg-Meldung kann vom Arbeitgeber selbst (mittels digitaler Identität) oder von einem bevollmächtigten Lohnbüro bzw. Arbeitsrechtsberater elektronisch übermittelt werden.
Die Übermittlung erfolgt je nach Situation über das entsprechende Online-Portal des Arbeitsministeriums (für Tourismusbetriebe muss ein anderes Online-Portal verwendet werden). Nach der Anmeldung mittels SPID, CIE oder CNS werden die erforderlichen Mindestinformationen eingegeben:
Nach erfolgreicher Übermittlung wird eine Empfangsbestätigung erstellt. Diese muss vom Arbeitgeber bzw. vom beauftragten Dienstleister aufbewahrt werden, da sie als Nachweis für die rechtzeitige Erfüllung der Meldepflicht dient und bei der Nachmeldung UniLav angegeben werden muss.
UniUrg ersetzt nicht die vollständige Meldung. Die reguläre Meldung (UniLav) muss spätestens am nächsten Arbeitstag nachgeholt werden, jedenfalls innerhalb von 5 Tagen.
UniUrg ist ein Notfallinstrument, kein Standardverfahren.
Unternehmen sollten beachten:
Die UniUrg-Meldung ermöglicht in Ausnahmefällen eine kurzfristige Arbeitsaufnahme ohne vorherige UniLav-Meldung. Aufgrund ihres Ausnahmecharakters sollte sie jedoch nur bei echten Notfällen eingesetzt werden, da eine missbräuchliche Verwendung zu Beanstandungen und Sanktionen führen kann.