Die doppelte Buchhaltung ist das in Italien und vielen anderen Ländern übliche System zur Erfassung von Geschäftsvorfällen. Jeder Geschäftsvorgang wird dabei zweimal – auf unterschiedlichen Konten – erfasst. Dadurch entsteht ein vollständiges Bild über Vermögen, Schulden, Erträge und Aufwendungen eines Unternehmens.
Die doppelte Buchführung bildet die Grundlage für die Erstellung des Jahresabschlusses und insbesondere der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung.
Der Begriff „doppelt“ bedeutet nicht, dass ein Geschäftsvorgang zweimal identisch verbucht wird. Vielmehr wird jeder Vorgang aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erfasst:
Jede Buchung besteht daher aus mindestens einem Soll- und einem Haben-Konto. Beide Seiten müssen immer denselben Betrag aufweisen.
Beispiel:
Ein Unternehmen kauft einen Computer für 1.000 € und bezahlt diesen per Banküberweisung.
Die Buchung lautet vereinfacht:
Büroausstattung 1.000 € an Bank 1.000 €
Das Unternehmen besitzt danach einen höheren Sachwert, während gleichzeitig das Bankguthaben sinkt.
Die doppelte Buchhaltung arbeitet mit verschiedenen Konten, die grundsätzlich in zwei Gruppen eingeteilt werden.
Bestandskonten erfassen Werte, die das Vermögen oder die Finanzierung eines Unternehmens betreffen.
Dazu gehören beispielsweise:
Bestandskonten zeigen somit, welche Werte ein Unternehmen besitzt und welche Verpflichtungen bestehen.
Weitere Informationen finden Sie auch im Lexikon-Beitrag Bestandskonto.
Erfolgskonten erfassen alle Geschäftsvorgänge, die den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens beeinflussen.
Dazu gehören insbesondere:
Aufwendungen:
Erträge:
Während Bestandskonten die Vermögens- und Finanzlage eines Unternehmens darstellen, zeigen Erfolgskonten die Veränderungen während eines bestimmten Zeitraums. Die erfassten Aufwendungen und Erträge dienen der Ermittlung des Unternehmensergebnisses.
Weitere Informationen finden Sie im Lexikon-Beitrag Erfolgskonto.
Die doppelte Buchführung erfüllt mehrere Funktionen:
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass durch das ausgeglichene Buchungssystem Fehler leichter erkannt werden können. Stimmen Soll- und Habenwerte nicht überein, liegt häufig ein Fehler in der Verbuchung vor.
In Italien wird die doppelte Buchhaltung als contabilità ordinaria bezeichnet.
Sie ist insbesondere für folgende Unternehmen verpflichtend:
Kleinere Unternehmen können unter bestimmten Voraussetzungen die vereinfachte Buchhaltung (contabilità semplificata) anwenden.
Der Unterschied besteht vor allem darin, dass bei der vereinfachten Buchhaltung die Erfassung der Geschäftsvorgänge weniger umfangreich ist und nicht alle Regeln der ordentlichen Buchführung angewendet werden.
Welche Buchhaltungsmethode anzuwenden ist, hängt insbesondere von der Rechtsform, der Tätigkeit und der Größe des Unternehmens ab.
Die laufende Buchhaltung bildet die Grundlage für die Erstellung des Jahresabschlusses.
Durch die Verbuchung sämtlicher Geschäftsvorgänge werden die Werte ermittelt, die für die Darstellung der wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens erforderlich sind.
Die detaillierte Darstellung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung wird in einem eigenen Lexikon-Beitrag behandelt.