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Eigenkapital (ital.: patrimonio netto)

19.01.2026

Das Eigenkapital (patrimonio netto) stellt in der Betriebswirtschaft und Rechnungslegung denjenigen Anteil am Vermögen eines Unternehmens dar, der nach Abzug sämtlicher Verbindlichkeiten den Eigentümern oder Gesellschaftern gehört. Als zentraler Bilanzposten bildet es die Grundlage für die Beurteilung der finanziellen Substanz und Stabilität eines Unternehmens.

Bedeutung des Eigenkapitals

Eigenkapital spielt in vielen Kontexten eine entscheidende Rolle:

  • Finanzielle Stabilität: Ein hoher Eigenkapitalanteil gilt als Zeichen für finanzielle Stärke, da das Unternehmen weniger von Fremdkapital (z. B. Bankkrediten) abhängig ist.
  • Kreditwürdigkeit: Banken und Investoren bewerten Unternehmen häufig anhand der Eigenkapitalquote – dem Verhältnis von Eigenkapital zu Gesamtkapital. Ein hoher Wert verbessert die Bonität.
  • Risikopuffer: Bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten werden Verluste zunächst durch das Eigenkapital gedeckt, bevor Fremdkapitalgeber betroffen sind.

Wie setzt sich das Eigenkapital zusammen?

Das Eigenkapital besteht aus verschiedenen Bilanzkomponenten, die sowohl die von den Eigentümern eingebrachten Mittel als auch im Unternehmen belassene Gewinne widerspiegeln. Typische Bestandteile sind:

  • Kapitalanteile der Gesellschafter (Soci / Capitale sociale):
    Das von den Gesellschaftern eingebrachte Grundkapital bei Gründung oder Kapitalerhöhung.
  • Gewinnrücklagen (Riserve):
    Einbehaltene Gewinne aus früheren Geschäftsjahren, die im Unternehmen verbleiben, um Investitionen zu finanzieren oder zukünftige Verluste abzufedern.
  • Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag (Utile / Perdita dell’esercizio):
    Der Gewinn oder Verlust des laufenden Geschäftsjahres, der dem Eigenkapital hinzugerechnet oder davon abgezogen wird und die aktuelle Geschäftsentwicklung widerspiegelt.

Diese Bestandteile geben einen umfassenden Überblick darüber, wie viel Kapital die Eigentümer eingebracht haben, welche Mittel im Unternehmen verbleiben und wie Gewinne verwendet werden.

Eigenkapital im Bilanzkontext

In der Bilanz wird das Eigenkapital auf der Passivseite ausgewiesen, neben dem Fremdkapital. Es zeigt, wie die Vermögenswerte des Unternehmens finanziert werden – durch Eigenmittel der Eigentümer oder durch Verpflichtungen gegenüber Dritten.

Ein hoher Eigenkapitalanteil stärkt die wirtschaftliche Widerstandskraft eines Unternehmens, da mehr eigene Mittel zur Risikodeckung zur Verfügung stehen. Eine niedrige Eigenkapitalquote deutet hingegen auf eine stärkere Abhängigkeit von Fremdkapital und potenziell höhere Risiken hin.

Wichtige Eigenkapitalkennzahlen

Für die Beurteilung der finanziellen Stabilität und Kapitalstruktur eines Unternehmens sind insbesondere folgende Kennzahlen relevant:

  • Eigenkapitalquote:
    Eigenkapital / Gesamtkapital × 100
    Misst den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital. Eine höhere Quote signalisiert größere Unabhängigkeit von Fremdkapital.
  • Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity Ratio):
    Fremdkapital / Eigenkapital
    Zeigt das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital. Ein niedriger Wert weist auf eine geringe Verschuldung hin.
  • Return on Equity (ROE):
    Jahresüberschuss / Eigenkapital × 100
    Misst die Rentabilität des Eigenkapitals und zeigt, wie effizient die Eigentümermittel eingesetzt werden.

Fazit

Das Eigenkapital (patrimonio netto) ist ein zentraler Indikator für die wirtschaftliche Gesundheit eines Unternehmens. Es zeigt, welcher Anteil des Vermögens den Eigentümern gehört, wie stabil die Finanzierung strukturiert ist und wie effizient das eingesetzte Kapital arbeitet. Kennzahlen wie Eigenkapitalquote, Verschuldungsgrad und ROE liefern Unternehmern und Investoren wertvolle Grundlagen für Entscheidungen in den Bereichen Finanzierung, Investition und Risikomanagement.

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