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Abschreibung (ital.: ammortamento)

26.01.2026
Unter Abschreibung (ital.: ammortamento) versteht man die jährliche Wertminderung der materiellen und immateriellen Anlagewerte eines Unternehmens. In Italien ist die Abschreibung sowohl im Zivilgesetzbuch (ZGB) als auch im Einheitstext der Einkommenssteuer (EESt) geregelt (insbesondere Art. 102 und 103 EESt).

Zivilrechtliche und steuerliche Grundlage

Zivilrechtlich müssen abnutzbare Anlagegüter abgeschrieben werden, sobald sie betriebsbereit sind. Die Verteilung erfolgt über die voraussichtliche Nutzungsdauer.

Steuerlich bestimmt der EESt, in welchem Umfang Abschreibungen als Betriebsausgabe abzugsfähig sind:

  • materielle Anlagegüter (z.B. Maschinen, Fahrzeuge, Büroausstattung): Art. 102 EESt
  • immaterielle Anlagegüter (z.B. Patente, Marken, Software): Art. 103 EESt

Da handels- und steuerrechtliche Regelungen voneinander abweichen können, entstehen auch temporäre Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz.

Abschreibungssätze und AfA-Tabellen

Die steuerlich zulässigen Abschreibungssätze ergeben sich aus den AfA-Tabellen (tabella dei coefficienti di ammortamento). Diese unterscheiden nach Branche und Art des Wirtschaftsgutes und geben einen Höchstsatz pro Jahr vor.

Wesentliche Punkte in der Praxis:

  • Im Anschaffungsjahr darf bei materiellen Anlagegütern in der Regel nur die Hälfte des Jahressatzes angewendet werden (Halbjahresregel).
  • Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert bis 516,46 € können im Jahr der Anschaffung sofort vollständig abgeschrieben werden.

Materielle und immaterielle Anlagegüter

Materielle Anlagegüter

Typische Beispiele:

  • Gebäude und bauliche Anlagen
  • Maschinen, technische Anlagen, Produktionsanlagen
  • Fahrzeuge, Büroeinrichtung, Hardware

Die Abschreibung beginnt in dem Geschäftsjahr, in dem das Anlagegut funktionsbereit ist, und erfolgt anhand der in den Tabellen vorgesehenen Höchstsätze.

Immaterielle Anlagegüter

Typische Beispiele:

  • Nutzungs- und Urheberrechte, Patente
  • Markenrechte
  • Lizenzen, Konzessionen, Software
  • Firmenwert (avviamento)

Für immaterielle Güter gelten oft spezielle steuerliche Grenzen, z.B.:

  • bestimmte Rechte: Abschreibung nur bis zu einem festgelegten Prozentsatz pro Jahr
  • Marken und Firmenwert: häufig sehr lange Abschreibungszeiträume (z.B. 18 Jahre)

Abschreibungsmethoden in Italien

Folgende Abschreibungsmethoden sind zulässig und in der Praxis verbreitet:

  • Lineare Abschreibung (ammortamento lineare)
    Jährlich wird derselbe Prozentsatz angewendet. Diese Methode ist am weitesten verbreitet.
  • Degressive Abschreibung (ammortamento decrescente)
    Höhere Abschreibungsquoten in den ersten Jahren, anschließend fallend. Sie kommt nur in bestimmten Fällen bzw. bei Sonderregelungen zur Anwendung.
  • Leistungsabhängige Abschreibung (ammortamento per unità di produzione)
    Die Abschreibung richtet sich nach der tatsächlichen Nutzung, z.B. Anzahl produzierter Einheiten oder Betriebsstunden. Sie ist eher die Ausnahme und muss mit den steuerlichen Höchstsätzen vereinbar sein.

Für die steuerliche Anerkennung sind Plausibilität, Dokumentation und konsequente Anwendung entscheidend.

Bedeutung für Ergebnis und Steuern

Abschreibungen haben sowohl bilanzielle als auch steuerliche Auswirkungen:

  • In der Gewinn- und Verlustrechnung mindern sie das Jahresergebnis.
  • In der Bilanz reduzieren sie den Buchwert der Anlagen und spiegeln deren Wertentwicklung wider.

Steuerlich senken Abschreibungen – innerhalb der zulässigen Grenzen – die Bemessungsgrundlage für Körperschaftssteuer IRES bzw. die Einkommenssteuer der natürlichen Personen IRPEF und jene der Wertschöpfungssteuer IRAP. Verweise auf vertiefende Informationen finden sich in unseren Lexikon-Beiträgen zu Gesellschaftssteuer IRES und Einkommensteuer IRPEF.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Ab wann darf ich ein neues Anlagegut abschreiben?
Mit dem Geschäftsjahr, in dem das Gut funktionsbereit ist. Das Lieferdatum ist nicht ausschlaggebend.

2. Muss ich immer mit den Höchstsätzen der Tabellen abschreiben?
Nein. Die Tabellen setzen steuerliche Obergrenzen. Handelsrechtlich kann eine andere wirtschaftlich begründete Nutzungsdauer angesetzt werden.

3. Was passiert, wenn ich mehr abschreibe als steuerlich zulässig?
Die Handelsbilanz bleibt unverändert. Steuerlich wird der überhöhte Betrag außerbilanziell korrigiert und ist erst in späteren Jahren abzugsfähig.

4. Können geringwertige Wirtschaftsgüter sofort abgeschrieben werden?
Ja, bis zu einem Wert von 516,46 € pro Gut ist eine Sofortabschreibung möglich.

5. Wie werden immaterielle Werte wie Software abgeschrieben?
Für immaterielle Güter gelten feste steuerliche Regeln, z.B. begrenzte Maximalsätze oder vorgeschriebene Nutzungsdauern. Handelsrechtlich kann eine realistische, abweichende Nutzungsdauer gewählt werden.

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