Rechnungsabgrenzungen (ratei e risconti) dienen dazu, Aufwendungen und Erträge jenem Geschäftsjahr zuzuordnen, in dem sie wirtschaftlich entstehen. Entscheidend ist daher nicht ausschließlich der Zeitpunkt der Rechnung oder der Zahlung, sondern der Zeitraum, auf den sich die Leistung tatsächlich bezieht.
Durch diese zeitliche Abgrenzung wird gewährleistet, dass der Jahresabschluss die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens korrekt darstellt und die Ergebnisse verschiedener Geschäftsjahre vergleichbar bleiben.
Eine korrekte Erfassung der Rechnungsabgrenzungen ist daher ein wesentlicher Bestandteil der Jahresabschlusserstellung. Sie beeinflussen unmittelbar das ausgewiesene Jahresergebnis sowie die Steuergrundlagen für IRES und IRAP. Besonders relevant sind Rechnungsabgrenzungen bei regelmäßig wiederkehrenden Geschäftsvorfällen wie Versicherungen, Mieten, Leasingverträgen, Wartungsverträgen, Softwarelizenzen, Zinsen oder Vorauszahlungen von Kunden.
Im italienischen Bilanzschema werden Rechnungsabgrenzungsposten getrennt auf der Aktiv- und Passivseite ausgewiesen:
Bei Risconti wurde eine Zahlung oder Einnahme bereits erfasst, die wirtschaftlich jedoch ganz oder teilweise ein zukünftiges Geschäftsjahr betrifft.
Aktive Risconti (risconti attivi)Beispiel:
Ein Unternehmen bezahlt im Dezember eine Versicherungsprämie für den Zeitraum Dezember bis November des Folgejahres. Der Anteil für Januar bis November des Folgejahres wird als Risconto attivo aktiviert und erst im Folgejahr als Aufwand berücksichtigt.
Beispiel:
Ein Kunde bezahlt im Dezember eine Wartungsleistung für das gesamte Folgejahr. Der noch nicht verdiente Anteil wird als Risconto passivo auf der Passivseite ausgewiesen.
Im Gegensatz zu Risconti betreffen Ratei Aufwendungen oder Erträge, die wirtschaftlich bereits dem laufenden Geschäftsjahr zuzuordnen sind, obwohl die Zahlung oder Rechnung erst später erfolgt.
Aktive Ratei (ratei attivi)Beispiel:
Ein Unternehmen hat Anspruch auf Zinserträge für die letzten Monate des Jahres, erhält die Zahlung jedoch erst im Folgejahr. Der anteilige Zinsertrag wird als Rateo attivo aktiviert.
Beispiel:
Für ein Darlehen fallen im Dezember Zinsen an, die erst im Januar des Folgejahres bezahlt werden. Der bis Jahresende angefallene Zinsaufwand wird als Rateo passivo berücksichtigt.